Bereich: Gambach

Chronik der Gemeinschaft in Gambach

Über die Anfänge der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Gambach sind keine genauen Angaben vorhanden.

Unsere Nachforschungen stützen sich auf verschiedene Quellen, wie z.B. auf mündliche Erzählungen, Aufzeichnungen aus Chronik der ev. Kirche Gambach, 100 Jahre ev. Kirchenchor Gambach, aus den Festbüchern „100 Jahre Landeskirchliche Gemeinschaft Nieder-Weisel“ und „100 Jahre Stadtmission Butzbach“.

In dem von unserem ehemaligen Inspektor Klaus Haag herausgegebenen Band, „Herr, du hast uns gerufen“ Brunnenverlag 1978 – berichtet Prediger Martin Liedholz unter dem Kapitel: Pietismus in Hessen auf Seite 23:

1848 wurde das Verbot für die Privatversammlungen aufgehoben. Die Erweckung erstarkte in den 50er Jahren durch junge, positive Theologen der Universitäten Halle, Marburg und Gießen  immer mehr. Zu dieser Zeit begann man auch, an manchen Orten Oberhessens, Missionsfeste abzuhalten, die von Tausenden besucht wurden. Allerdings wurde das pietistische Element der Erweckung von dem aufkommenden konfessionell-lutherischen Bewusstsein immer mehr zurückgedrängt.

Aber nicht nur durch Pfarrer, sondern auch durch einfache Brüder aus dem Volk hat Gott sein Werk der Erweckung in Oberhessen vorangetrieben. Einige gingen in Wuppertal zur Arbeit. Dort bekehrten sie sich und brachten die erweckliche Botschaft in ihre Heimatdörfer. So entstanden in den 40er Jahren schon Hausversammlungen in Gambach, Holzheim, Dorf-Güll und Niederweisel. Diese hatten nicht wenig unter dem Widerstand der kirchlichen Amtsträger zu leiden.

In Pohl-Göns  war um 1850 Pfr. Uhrig für viele ein Wegweiser zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Besonders die Abendgottesdienste im Winter 1851/1852 zogen viele Zuhörer auch von außerhalb an. Aus Gambach sollen zeitweise bis zu 50 Personen gekommen sein.

Im Haus des alten „Vater Boller“  aus Gambach wurden in der Zeit zwischen 1855 – 1860 Versammlungen abgehalten.

Diese Hausversammlungen wurden später von der „Evangelischen Gesellschaft“ und auch von Predigern aus St. Chrischona betreut, die in Lich stationiert waren. In der Schweiz, nahe der deutschen Grenze, hatte Friedrich Spittler 1840 in der Kirche St. Chrischona mit der Ausbildung junger Männer begonnen, die als Pilgermissionare ausgesandt wurden, um der Welt die frohe Botschaft von Jesus zu verkündigen. „Wenn wir dafür sorgen, daß die Heiden Christen werden, so dürfen wir nicht versäumen, auch darauf bedacht zu sein, daß die Christen keine Heiden werden“, war sein Anliegen.

Georg Holdermann begann als erster Chrischona-Prediger seinen Dienst am 1.9.1878 in Lich und in der Wetterau. In einzelnen Orten begann er neue Versammlungen. 1882 wurde in Lich ein Haus gekauft und ein Versammlungssaal erbaut. 1886 übernahm Franz Thomas Härdle die Arbeit in Lich. Bereits zu dieser Zeit traf man sich zur „Stundenversammlung“ im Haus der Katharine Grieb geb. Grieb in der Latzgasse (heute Bachstraße 1).                                          

Es handelt sich hier um die Urgroßmutter der Geschwister Lydia Dein und Walter Haffer. 

Wir nehmen heute an, dass ab 1886 regelmäßige „Stundenversammlungen“ der Gemeinschaft stattfanden und hier der Beginn der

Landeskirchlichen Gemeinschaft Gambach liegt.

 

Dort wurden von Prediger Härdle, der 1888 auch den gemischten Chor gründete, die „Stundenversammlungen“ und Übungsstunden abgehalten. Als Instrument diente ein gebrauchtes Harmonium, das damals 100 Mark kostete und von den Mitgliedern des Chores in Raten bezahlt wurde.

Es wird berichtet: „Anfänglich traten viel Mitglieder namentlich der weiblichen Jugend bei; als aber der eigentliche Zweck mehr und mehr hervortrat, eine dem Herrn singende fromme Gemeinschaft darzustellen, wozu eine ernstliche Bekehrung nötig sei, traten viele wieder zurück; vielleicht auch etwas dadurch verschuldet, daß in methodischer Art die Bekehrung mit Gewalt auf einmal herbei geführt werden sollte. Jedenfalls war aber die Gründung dieses Vereins gut; die frömmere Jugend kam zum notwendigen Gemeinschaftsschluß, und es war ihr für die Samstags- und Winterabende auch etwas geboten“

1892 wurde das Wohnzimmer zu klein. Deshalb bat man den Ortsvorstand um die Überlassung des kleinen Rathaussaales, was auch genehmigt wurde. Nun hatte man die Möglichkeiten zu größeren Versammlungen, die dort nun öfters abgehalten wurden. „Gesangsvorträge im Wechsel mit Schriftlectionen, Gedichten und Declamationen, Ansprache und Gebet. Zum Schluß Sammlung von freiwillligen Dankesschärflein für die Mission“.

 

Mission hatte damals in Gambach bereits einen hohen Stellenwert. Schon 1857 soll ein Missionsfest in Gambach stattgefunden haben, das wohl schon auf die Initiative der Hausversammlungen zurückzuführen war.

Am 6.8.1893 wurde erneut ein Missionsfest auf dem Festplatz Kneiben abgehalten. Dieser wurde unter treuer Mithilfe der männlichen Chor-Mitglieder hergerichtet und hatte 2000 Plätze. Festprediger waren Missionsinspektor Spiecker aus Barmen, der ehemalige Gambacher Pfarrer Fink und Pfarrer Johannes Biegler aus Essenheim. Die Posaunenchöre aus Langgöns und Klein-Linden wirkten mit, sowie auch der gemischte Chor von Gambach. Es sollen 3000 Besucher da gewesen sein. Die Kollekte betrug 265 Mark, der Schriftenerlös 25 Mark.

 

Bis 1898 war der kleine Rathaussaal für Chorstunden und Versammlungen genutzt worden. Doch dies gefiel der Ortsbehörde nicht mehr und so erhielt der damalige Ortspfarrer Graf, der inzwischen die Leitung des Chores übernommen hatte, die Mitteilung, dass der Saal bis zu 3. Ostertag geräumt werden müsse. Dieser sollte ab sofort als Wohnung für den Schulverwalter genutzt werden.

Die Kirchenchronik berichtet:

„Wir betrachteten das Evangelium von den Emmausjüngern und getrösteten uns dessen, daß uns doch nur der Saal, aber nicht der Herr genommen sei“.

Man stand vor der Frage, entweder hören wir (gem. Chor) auf oder wir bauen. „Eine gewaltige Begeisterung ging durch die Gemeinde, und der Herr schenkte Freudigkeit zum Bauen.“

Der Bauplatz wurde von den Brüdern Reuhl aus der Borngasse zur Verfügung gestellt, auf den ein Gemeindehaus gebaut wurde, das der evangelischen Kirche und der Evangelischen Gesellschaft (wie die LKG damals noch hieß) als Versammlungsraum diente. Pfingsten 1898 war der Beginn der Bauarbeiten und bereits am 16.10.1898 konnte es in den Dienst gestellt werden. Der Gemischte Chor Gambach und der Posaunenchor Langgöns wirkten bei der Feier mit. Danach zog man zur Kirche und unter „Posaunenklängen, Chorgesängen und Gemeindeliedern wurde dort die Feier fortgesetzt“. Die Festpredigt hielt Pfarrer Hans Biegler aus Hering/Odenwald.

Im neuen Gebäude fanden nun die Gesangsstunden des Chores, die Lesevereinsstunden, wöchentliche Bibelstunden, Missionsstunden und andere erbauliche Versammlungen statt (wie die Gemeinschaftsstunden in den Kirchenbüchern bezeichnet wurden).                                                      

Bereits ab 1895 wurde die Gemeinschaft Gambach von Nieder-Weisel aus betreut. Prediger Zantopp wohnte ab 1896 im Dachraum des Nieder-Weiseler Vereinshauses und besuchte von dort aus die bestehenden Gemeinschaften in den Orten Fauerbach, Gambach, Holzheim, Münzenberg, Wohnbach, Schwalheim und auf preußischem Gebiet Klein - Rechtenbach, Weidenhausen, Reiskirchen und Niederwetz. Die vier Gemeinden im preußischen Gebiet wurde auf Wunsch der „Evangelischen Gesellschaft“ abgetreten. Dafür entstand in 1897 in Friedberg, 1899 in Butzbach, 1899 in Bad Nauheim und 1901 in Münster eine regelmäßige Arbeit. Im Jahr 1913 gehörten Gambach, Butzbach, Fauerbach, Kirch-Göns, Münster, Maibach und Griedel zum Arbeitsfeld Nieder-Weisel, und somit auch zu dem Chrischona-Gemeinschaftswerk  mit der Bezeichnung „Landeskirchliche Gemeinschaft“.

Lehrer Ostheimer hatte seit 1908 die Leitung des Gemeinschaftschores und des Posaunenchores, 1918 übernahm Heinrich Rumpf den Posaunenchor und leitete diesen bis 1972. Im Jahr 1924 hatte Otto Mohr den Gemeinschaftschor bis zum Jahr 1939.

 

Am 7.9.1924 fand ein „Jugend- und Posaunenfest“ auf dem Festplatz „Kneiben“ statt , wobei Pfr. Eckhardt aus St. Chrischona die Festansprache hielt. Es werden noch mehrere Ansprachen von den Predigern Eisenberg, Bürklin, Chalupski, Hagmann und Jugendsekretär Stabe im Programm erwähnt

Diese Veranstaltung muss bis zu 4 Stunden gedauert haben.

 

 

In den folgenden Jahren unter der Hitler-Diktatur sind fast keine Aufzeichnungen vorhanden, da nach mündlichen Aussagen nichts christliches schriftlich notiert werden durfte.

.

Nach dem Krieg 1945/46 vereinigten sich die gemischten Chöre der ev. Kirchengemeinde und der Landeskirchlichen Gemeinschaft (Chrischona), ebenso wie auch die beiden Bläserchöre zu einem Posaunenchor zusammenwuchsen und musizierten über 50 Jahre gemeinsam zum Lob Gottes „Soli Deo Gloria“ und zur Freude der Zuhörer.

 

Am 29. Mai 1957 wurde in der Mitgliederstunde der Gemeinschaft folgendes beschlossen:

Punkt I:  Der „Evangelische Verein e.V.“  wird aufgelöst, da durch die Übergabe des   Vereinshauses an die Kirche der eigentliche Zweck des Vereins aufgehoben wurde.

Punkt II: Bei der Übergabe des Vereinshauses an die Kirche wurde schriftlich festgestellt, dass die Gemeinschaft das Recht hat, an drei Abenden in der Woche das Vereinshaus zu nutzen.

Durch die Unterschriften von Heinrich Mohr 8., Otto Mohr I., Heinrich Rumpf III., Jakob Diehl, Heinrich Haffer, Wilhelm Haffer, Gerhard Diehl, Heinrich Reuhl I. wurde dies  beurkundet und am 28.6.1957 mit der Geschäftsnummer VR.6. vom Amtsgericht Butzbach beglaubigt.

 

Das 80. Gemeinschafts-Jugend- und Posaunenfest  war am 31. August 1958 in Gambach. In guter Erinnerung ist noch die Begebenheit, dass Hohlblocksteine eines geplanten Neubaus in der Bahnhofstraße (Diehl), als Unterlage für die vielen Bänke genutzt wurden. Es müssen schätzungsweise 4500 Besucher gekommen sein, denn Pfarrer Schmidt schrieb in der Chronik “Es war vielleicht das größte Fest dieser Art, das Gambach bisher erlebt hat.“ Die Festpredigt am Morgen hielt Propst Weinberger aus Gießen, Prediger Stähler, Bellnhausen und Missions-Inspektor Zimmermann von St. Chrischona sprachen Eingangswort, Gebet und Vaterunser. Nach der Festversammlung wurden in manchen Häusern  bis zu 60 Personen als Essensgäste bewirtet. Marie Metzger berichtet, dass man  sehr viele Kuchen gebacken und außerdem noch jede Menge „mürbe Weck“ beim Bäcker geholt habe.

Jahrelang wurden viele Aktivitäten der Landeskirchlichen Gemeinschaft nicht extra erwähnt, doch bei allen sonntäglichen Gottesdiensten, Kirchenfesten und –feiern, an den Feiertagen und auch sonst gehörten die Gemeinschaftsleute zu den treuesten aktiven Kirchenmitgliedern. Auch die kirchenmusikalische Arbeit wurde weitgehend von ihnen geleitet.

 

Otto Mohr war bis 1964 Chorleiter, danach Gerhard Reuhl, dann Heinrich Rumpf und ab 1971 übernahm Lothar Metzger zuerst die Leitung des gemischten „Kirchenchores“, ab 1972 auch die Leitung des Posaunenchores, ab 1980 auch die Organistenstelle in Gambach und Ober- Hörgern. Diese nebenamtlichen Tätigkeiten im kirchlichen Dienst endeten im Jahr 2000.

 

Im September 1961 kam Karl Lagershausen als Prediger für das Arbeitsfeld, dessen Sitz gleichzeitig von Nieder-Weisel nach Butzbach verlagert wurde. Zu der damaligen Zeit gab es noch keine Brüderräte – also keine Gemeindeleitung. Der Prediger musste alles selber machen. Aber auch das Finanzielle war nicht geregelt. War Geld da, bekam der Prediger etwas, war keines da, ging er leer aus. Karl Lagershausen berichtet, dass er sich mit einigen Brüdern öfters getroffen habe, um die finanzielle Lage durchzusprechen. Aus diesem Kreis sei dann der „Brüderrat“ entstanden. Zuerst nur Butzbacher, später kamen Männer aus Nieder-Weisel und Gambach dazu (Jakob Diehl, Erwin Sangals und Gerhard Reuhl) und bildeten gemeinsam mit anderen  den „Bezirksbrüderrat“.

1963 wurde erschien der Gemeindebrief der Stadtmission Butzbach mit den Außenorten Nieder-Weisel, Gambach, Kirch-Göns und Fauerbach.

Die Mission wurde in Gambach  zu einem wichtigen Schwerpunkt in der Gemeindearbeit.

Nach einer Bibelschulausbildung reiste Waltraud Bandel als Missionarin auf die Philippinen. Karl Lagershausen, der als Prediger in Butzbach war, folgte seiner Verlobten und beide blieben bis 1972/73 auf der Insel Mindoro auf den Philippinen.

 

Insgesamt gingen folgende Ehepaare in die Mission:

4Waltraud und Karl Lagershausen mit der ÜMG auf die Philippinen,

4Doris und Karl-Heinz Sachtler mit der SIM nach Peru

4Helga und Gerhard Reuhl (23.10.1966) ebenfalls mit der SIM nach Peru,

4Ursula und Robert Schmidt nach Brasilien und

4Rose und Roland Ratz nach Österreich

 

In den Jahren 1964 bis 1973, als Pfarrer Werner Penkatzki  in Gambach tätig war, wurde die Missionsarbeit in der Landeskirchliche Gemeinschaft durch ihn tatkräftig unterstützt.  Er war neben seiner Pfarrtätigkeit noch im Vorstand der SIM (Schweizer-Indianer-Mission) und nahm sich viel Zeit für missionarische Aufgaben. Durch seine Offenheit unterstützte er das Wirken des Heiligen Geistes und so begann auch Ingrid Dein (später Roncal) aus Gambach eine Bibelschulausbildung in St. Chrischona und reiste 1979 ebenfalls als Missionarin nach Peru aus.

 

Durch diese Ereignisse wurde Gambach zu einer besonderen Missionsgemeinde. In der Gemeinschaft wurde jeweils am 1. Sonntag im Monat eine „Missionsstunde“ eingerichtet, die bis heute - in etwas anderer Form -  besteht. Hier sahen besonders Elisabeth und Erwin Sangals ihren Auftrag. „Wenn ihr geht, wollen wir euch durch Gebet und Gaben unterstützen“. Das haben sie auch treu erfüllt. Sie korrespondierten mit allen Missionaren und waren die erste Adresse, wenn es um Mission ging. Jahrelang verteilten sie treu die Rundbriefe, die in mühseliger Kleinarbeit zuerst geschrieben und dann mit einer Matrize von Hand abgezogen werden mussten. Noch in den achtziger Jahren wurde dies so praktiziert.                                                                                                                     

Der spätere Inspektor Klaus Haag übernahm 1963 für etwa 6 Monate die Predigerstelle in Butzbach. Zur damaligen Zeit traf man sich sonntagmittags zur Gemeinschaftsstunde. Klaus Haag erinnert sich an diese Zeit, wo man mal in die Kirche ausweichen musste und die Gemeinschaft in den vorderen Kirchenbänken gesessen habe. Doch wenn es auch eine kleine Schar war – der Gesang wurde trotzdem vom gemeinschaftseigenen Organisten an der Orgel begleitet.

Als aktiver Bläser war Klaus Haag auch an der Bläsermusik interessiert und begann eine junge Bläsergruppe. Jeden Dienstag kamen Walter Mohr, Lothar Metzger und Herbert Wächter nach Butzbach zur Übungsstunde. Doch davon blieb nur Lothar Metzger dem Bläserdienst treu.

Noch im gleichen Jahr wechselte Prediger Bährle  (mit Familie) auf diese Stelle, welcher vier Jahre hier tätig war. 1967 war wieder ein Predigerwechsel, es kamen Johannes und Helga Hahnl, die  1973 nach Gießen weiterzogen.

Die Jungschararbeit  hatte schon in den sechziger Jahren begonnen. Im Laufe der Jahre brachten sich viele Mitarbeiterinnen, unter ihnen auch Gudrun Penkatzki, Inge Schweda (vorm. Reuhl), Michaela Kilian, Christine Sharma (Diehl), Doris Brix (Reuhl), Ruth Müller (Hildebrandt), Margit Schneider (Mohr), Renate Metzger, Sabine Lagershausen (Metzger), Kerstin Groneberg (Metzger), Ingrid Lagershausen, hier ein und nahmen sich viel Zeit für die Kinder, um ihnen das Wort Gottes näher zu bringen. Man nahm an Jungschartagen teil, veranstaltete Kinderwochen, bereiteten wöchentlich die Jungschar vor u.v.m. 

Prediger Friedrich Jung mit Familie betreute von 1973 für 7 Jahre unsere Gemeinde. Nach dieser Zeit wurde er nach Mannheim versetzt. Ergänzend war erstmals ein zweiter Prediger eingestellt worden, Jörg und Elisabeth Forrer blieben 3 Jahre bis 1981. Bereits 1980 wurden Hans und Elisabeth Siegel als Predigersehepaar eingeführt und blieben bis 1985.

Voller Dankbarkeit kann man auf diese Zeiten zurückblicken, denn jeder dieser Prediger und Seelsorger hat in der Gemeinde Prägungen und Segensspuren hinterlassen. Insgesamt wurde diese Arbeit bis heute von Gott reich gesegnet.

In dieser Zeit traf sich die Gambacher Gemeinschaft sonntäglich mittags um 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus mit dem Prediger zur „Stunde“. Man saß an Tischen, die im Viereck gestellt waren und hatte Bibel und Reichsliederbuch vor sich liegen. In früheren Zeiten stand hier ein Harmonium, das von Otto Mohr gespielt wurde. Später hatte man ein elektronisches Hohner-Instrument, worauf  Gerhard Reuhl, Jakob Diehl und Lothar Metzger abwechselnd die Lieder begleiteten. Es waren so etwa 20 - 25 Personen, die sich regelmäßig hier trafen. Nach Gebet und Eingangslied legte der Prediger den Bibeltext aus, danach wurde wieder gebetet und gesungen und damit war die „Stunde“ aus. Am Sonntagabend traf man sich zur Gebetsstunde, die aber nur von wenigen treu besucht wurde.

In den siebziger Jahren entstanden einige Hauskreise, als einer der ersten wird wohl ein Kreis gewesen sein, der sich in der Schulstraße im Haus des evangelischen Pfarrers Hermann und Inge Lübke traf. Dieser war an der Justizvollzugsanstalt in Butzbach als Seelsorger angestellt.

Ein Hauskreis begann mit einem Kaffeetrinken am 18. November 1974 bei Familie Buß. Später wechselte man in verschiedene Häusern Gambachs, um Gottes Wort zu betrachten und eine frohe Gemeinschaft untereinander zu pflegen. Bezeichnend für diesen Hauskreis war trotz verschiedenster Gemeinde-Prägung eine innige Glaubensverbundenheit. Auch bei Meinungsverschiedenheiten fand man immer wieder die eine gemeinsame Basis: Jesus Christus.

Das erste gemeinsame „Waldfest“  war am 12.09.76 im Gambacher Wald, das auf die Initiative dieses Hauskreises zurückging und zu einer festen Einrichtung wurde. An einem Sonntag im Sommer (meistens am 3. Sonntag im August) zog man mit der ganzen Familie und Gästen dorthin, es wurde gegrillt und dazu Salate gegessen. Danach war ein Gottesdienst auf der Wiese und später noch Kaffee und Kuchen. Zwischendurch wurden Spiele für Jung und Alt angeboten und so verlebte man eine längere Zeit zusammen und stärkte dadurch die Gemeinschaft miteinander. Auch hier gab es keine Unterschiede zwischen Christen aus verschieden Gemeinden. Man konnte gemeinsam Jesus Christus verkündigen und zu Gottes Lob singen und musizieren und fühlte sich als Geschwister verbunden.

Im Jahr 2003 gab es ein Novum – wegen der langen Trockenheit durfte nicht gegrillt werden und so brachten alle ihr Essen fertig gegrillt mit und konnten so trotzdem gemeinsam zu Mittag essen.

 

Auch andere Hauskreise hatten sich gebildet, die ebenfalls heute noch bestehen und Teenies, die aus dem bestehenden Teenkreis entwachsen waren, bildeten einen Jugendkreis unter Leitung von Andrea Buß und Rainer Diehl. Auch dieser ist als „Kreis junger Christen“ heute noch aktiv.

Alle Hauskreise engagierten sich  in der Landeskirchlichen Gemeinschaft und am 17.09.79 begann man mit Familiengottesdiensten,  die sehr gut besucht waren und immer noch auf diese Art gestaltet werden.

 

1980 war in Gießen eine große Evangelisation des Janz - Teams. In einem großen Zelt, das auf dem Festplatz Ringallee aufgebaut war, kam eine sehr große Besucherzahl  (ca.3000) zusammen. Manche waren weitgereist, um daran teilzunehmen. Viele Menschen gingen allabendlich nach vorne, als Zeichen, dass sie sich für ein neues Leben mit Jesus Christus entschieden hatten. Im gleichen Jahr fand auch die Deutsche EC-Tagung dort statt, die ebenfalls im Zelt abgehalten wurde. Im Anschluss daran wurden alle Stühle, die dafür angeschafft worden waren, wieder verkauft. So kam es, dass viele der Alt-EC-ler diese leicht transportablen Stühle für ihren privaten Gebrauch erwarben.

 

1983 entstand durch  Initiative von Conny Metzger ein christlicher Kinderchor. Zuerst waren es die familien- und gemeindeeigenen Kinder, so nach und nach kamen auch andere dazu. Engagement und Können der Chorleiterin zeigte Wirkung und nach einiger Zeit trafen sich schon 40 Kinder (später bis zu 70) , die freudig im Chor mitsangen. Man begann mit einfachen Liedern, es kamen dann auch erste eigene Kompositionen dazu und noch später auch das erste Musical, dem noch weitere folgten.

 

In der Zeit von Prediger Otto-Erich Juhler, der 1985 mit seiner Frau Andrea in Butzbach die Stelle übernahm, bekam die Arbeit der Gemeinschaft Gambach einen Aufschwung, der sich nicht nur in Zahlen auswirkte. Das Selbstverständnis der Gemeinschaft wuchs, es entstand ein neues Gemeinde-Selbstbewußtsein, dadurch Ziele beim Gemeindebau und demzufolge auch eine größere Mitarbeiterschaft. Prediger Juhler verlegte im Einverständnis mit der Brüderrat die Anfangszeit der Gemeinschaftsstunde sonntags von 19:30 Uhr auf 18:00 Uhr, das sich ganz schnell durch eine größeren Besucherzahl positiv auswirkte. Ab dieser Zeit waren auch in den Gemeinschaftssunden immer die Kinder dabei, die im alten Gemeindehaus wegen den Räumlichkeiten während der Predigt im Hintergrund an Tischen malten. Zu dieser Zeit fanden auch nach den „Stunden“ noch Gebetsstunden statt, die meist von Älteren besucht wurden.

1986 entstand ein neuer Teenkreis in Gambach, dessen Leitungsteam aus Conny und Armin Metzger, Karin Zeuch, Axel Sangals und O.E.Juhler bestand. Es kamen ca 25 Jugendliche zu den Veranstaltungen.

In diesem Jahr (26.10.86) reisten die Missionare Doris und Karl-Heinz Sachtler zum wiederholten Mal nach Peru aus und wurden morgens im Gottesdienst der evangelischen Kirche und um 15 Uhr im Rahmen der Gemeinschaftsstunde verabschiedet.

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

 

1986/1987 wurde die Frage der Mitgliedschaft sehr aktuell. Aus diesem Grund veröffentlichte O.E.Juhler im Gemeindebrief einige Informationen zu diesem Thema und lud dazu ein, Mitglied zu werden. Dazu stand folgendes zu lesen:

 

 

Mitgliedschaft ist keine besondere Stufe der Heiligkeit, keine Vereinsmeierei und steht auch nicht im Gegensatz zur Mitgliedschaft in der ev. Kirche.

Mitgliedschaft bedeutet: Ich will ein mündiges Mitglied der Gemeinde sein und Freud und Leid verbindlich tragen durch Gebet, Einsatz meiner Gaben, verantwortliches Mitdenken und Mitentscheiden und durch meinen finanziellen Beitrag (nicht festgelegt in der Höhe).

 

Am 24. Januar 1988 wurden in Gambach dann die ersten 10 Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen. Dazu berichteten sie kurz etwas aus ihrem Leben (was ihren Glauben geprägt hat) und bekamen dann von Prediger Juhler ein Bibelwort zugesprochen.

Ein Jahr später, im März, genauer vom 23.- 28.3.87 veranstaltete die Gemeinschaft gemeinsam mit der ev. Kirchengemeinde eine Evangelisation. Jeden Abend um 20 Uhr fanden Vorträge mit EC-Bundespfarrer Christopher Pfeiffer (Kassel) im Bürgerhaus statt. Als Abschluss war am Sonntag dann das Gemeinschafts-Jahresfest in der ev. Kirche. Parallel dazu fand eine Kinderwoche mit Waltraud Seibert in dem ev. Gemeindehaus statt.

Am 23. August 1987 wurde Roland Nickel als 2. Prediger in Butzbach eingeführt. Er kam von der FTA Gießen und war im Bezirk der erste Prediger, der nicht in Chrischona ausgebildet wurde.

Da er seine Aufgabe besonders in Kinder- und Jugendarbeit sah, hatten die Jungscharmitarbeiterinnen in dieser Zeit viel Anregung und Hilfe. Als besondere Einladeaktion für eine Kinderwoche, veranstaltete man ein „Zirkusfest“ im Bürgerhaus Gambach, an dem auch der Kinderchor teilnahm. Das war eine tolle Sache. Der Zirkusdirektor Rolando lud alle zum Mitmachen ein und man hatte viel Spaß miteinander. An der darauffolgenden Kinderwoche nahmen dann ca 30 - 40 Kinder teil.

 

1988 traf uns die Verabschiedung von unserer Predigersfamilie Juhler ziemlich plötzlich und auch hart. Nach nur 3 Jahren mussten sie durch private Veränderungen nach Neumünster in Norddeutschland umziehen. Bei seiner Abschiedspredigt gab er den Gemeinde folgendes mit :

„Für Gambach wünschen wir, dass die Gemeinschaftsarbeit noch mehr Profil nach außen bekommt. Wünschenswert wäre zunächst eine monatliche Bibelstunde als Schulungsabend. In dieser Woche könnten die Hauskreise zugunsten der Bibelstunde ausfallen.“

 

Nachfolger wurde Achim Kellenberger, der mit seiner Frau Elisabeth und Sohn David in die Butzbacher Stadtmission einzog. Sie stellten ihren Dienst in Butzbach unter das Wort aus Johannes 15,16 – „... wir sind erwählt, hinzugehen und Frucht zu bringen. Mit dieser Zielsetzung kommen wir nach Butzbach....“ .... und blieben 11 Jahre, die von Gott gesegnet wurden.

Frauenstunden: Seit vielen Jahren kam Schwester Katharina an jedem ersten Dienstag im Monat zu Frauenstunden nach Gambach. Viele Frauen folgten der Einladung und wurden durch die Verkündigung und die liebe, einfühlsame Art von Schwester Katharina reich gesegnet. Nach ihrer Verabschiedung folgten noch einige Diakonissen und Gemeindehelferinnen, die von Bad Nauheim aus die Chrischona-Gemeinden des Bezirks (und darüber hinaus) besuchten. Auch hier fanden die Frauen eine gute Verkündigung, doch leider wurden es immer weniger,

die diese Veranstaltungen besuchten. Im Jahre 2002 endete diese Zeit, da es auch finanziell nicht mehr möglich war, eine Diakonisse oder Gemeindehelferin für diese Arbeit anzustellen.

 

Am 17. Januar 1990 begannen die Frauen der Gemeinde mit dem ersten Frauenfrühstückstreffen in Gambach, nachdem bereits Nieder Weisel im Rahmen einer Evangelisation damit angefangen hatte. Der Andrang war groß und die Veranstaltungen fanden zuerst aus Platzgründen  im Bürgerhaus statt.

1990 wurde das Jubiläum der Pilgermission St. Chrischona groß gefeiert. 150 Jahre – das war schon eine lange Zeit – und man konnte am 30.04.90 und 01.05.90 dieses Jubiläum in der Sporthalle Ost in Gießen so richtig feiern.

In diesem Jahr begann auch die Zeit des „Osterfrühstücks“. Am ersten Osterfeiertag traf man sich um 8:30 Uhr zum Osterfrühstück im Gemeindehaus.

1991 wurden in Gambach die nächsten 12  Geschwister als Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen. Darüber herrschte große Freude, denn es waren noch wenige, denen die Mitgliedschaft wichtig wurde.

Im Juli fand in Gießen die große EC-Tagung statt, wieder auf dem Messegelände Ringallee. Viele junge und ältere Menschen trafen sich im Zelt, um gemeinsam Gott zu erleben und ihn zu feiern. Dabei trafen viele junge Leute die wichtigste Entscheidung ihres Lebens: Jesus Christus nachzufolgen.

Ab September 1991 hatte die Landeskirchliche Gemeinschaft Gambach zum ersten Mal eine eigene Mitgliederstunde. Im November des gleichen Jahres schied Erwin Sangals aus dem Brüderrat aus Altersgründen aus und Heinz Busch, Gerhard Diehl und Armin Metzger wurden gemeinsam mit den Brüdern aus dem Bezirk berufen. Am 10. November 1991 führte sie unser damaliger Inspektor Klaus Haag in ihr Amt ein.

Als weitere Neuerung veranstaltete man am 15.12.91 eine Adventsfeier, die von da an zur festen Einrichtung wurde und auch noch heute am 3. Advent stattfindet.

Wieder ein Jahr später, im September 1992 bekam unser Bezirks-Gemeindebrief ein neues Gesicht. Wo bisher auf der Titelseite die Butzbacher Stadtmission abgebildet war, wurde jetzt das Chrischona-Logo verwendet und auch sonst veränderte sich einiges.

 

1993 wurde das neue Gemeindezentrum der ev. Kirchengemeinde fertiggestellt und ab diesem Zeitpunkt auch von der Gemeinschaft mit genutzt. Da man hier mehr Möglichkeiten hatte, konnte die Kinderbetreuung jetzt auch in einem anderen Raum stattfinden.

 

1996 wurde ein neuer Ältestenrat berufen: Andreas Lagershausen und Armin Metzger

In diesem Jahr heiratete unser 2. Prediger Wieland Müller seine Frau Tabea und zogen nach Nd.Weisel.

 

Im Juni 1996 war die Fussball-Europameisterschaft in England. Dazu hatte sich die Gemeindeleitung überlegt, die Spiele der Deutschen auf einer großen Leinwand im ev. Gemeindezentrum zu übertragen. Zwischen 50-80 Personen waren anwesend. Vor Beginn und in den Pausen gab es Getränke, gute evangelistische Kurzbotschaften und es lagen Zeitschriften über Christ und Sport aus. Hier waren gute Gelegenheiten, nicht nur von der wichtigsten „Nebensache“ - sondern auch über die „Hauptsache“ zu reden.

Es gab in diesem Jahr wieder neue 9 Mitglieder, die dadurch ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde bekräftigten. 

                                                                                                                                          

1997 wurde erstmals ein Mitarbeiterrat berufen und auch von der Gemeinde bestätigt, zu dem zum ersten Mal in der Geschichte auch Frauen gehörten. Die ersten Mitarbeiterräte waren:

Gisela Busch (Hauskreise), Rainer Diehl (Jugend+Hauskreis), Conny Metzger (Musik), Renate Metzger (Öffentlichkeitsarbeit), Carola Sangals (Frauen), Margit Schneider (Kinderarbeit). Zu der Gemeindeleitung gehören die beiden Ältesten und der Prediger.

Durch Prediger Achim Kellenberger und die Ältesten wurden die Mitarbeiterräte in einem Einführungsgottesdienst gesegnet und ihnen ein Bibelwort zugesprochen.

14. Juli 1997 fand die Erstaufführung des Musical´s „Lydia“ auf der Burg Münzenberg statt. Die Vorbereitungen mussten bei strömendem Gewitterregen getroffen werden. Doch Gott war gnädig und bei der  Aufführung war es dann trocken.

Pfingsten 1997 war die 3. Gemeindefreizeit des Bezirks in Flensungen. Die Gambacher Gemeinde hatte einen festlichen Abend in italienischem Flair vorbereitet. Spiele, Essen, Lieder – alles drehte sich um Italien. Gemeinsam wurde ein gutes Programm erarbeitet und die Freizeitmitglieder kamen begeistert zurück. Wieland Müller zog mit Familie nach Flensungen, wo er als Jugendreferent tätig wurde. An seine Stelle kam Manfred Göttmann.

Am 5. März 1998 begann in Gambach eine neue Jugendarbeit: „die Baustelle“. 20-30 Jugendliche ab Konfirmationsalter trafen sich im ev. Gemeindezentrum. Klönen, Filme, Andachten u.v.m. wurde als Programm geboten. Mitarbeiter waren Andreas und Sabine Lagershausen, Frank Schäfer und Manfred Göttmann.

 

Inzwischen bahnten sich im Gemeinschaftsbezirk Butzbach Veränderungen an. Die Gemeinden in Butzbach und Nieder Weisel hatten jeweils eigene Häuser, die renoviert werden mussten. In Gambach war der Wunsch zu mehr Veranstaltungen da, doch war wegen den eingeschränkten Räumlichkeiten nicht mehr möglich. Um sich neu zu orientieren gingen die Gemeindeleitungen mit Prediger Kellenberger vom 4.- 6.Dezember 1998 in Klausur. Es fand eine „Zukunftskonferenz“ in Flensungen statt, die von Gemeindeberater Gerd Quadflieg geleitet wurde. Es ging um die zukünftige Zusammenarbeit im Bezirk Butzbach. Dabei fiel die Entscheidung, dass Butzbach und Nieder-Weisel sich zusammenschließen und in Zukunft eine Gemeinde bilden wollten. Die Folge war die Planung eines Neubaus der beiden Gemeinden.

Gambach traf die Entscheidung, zukünftig als Gemeinde eigenständig zu werden, doch weiterhin mit Anbindung an den Bezirk und mit gemeinsamen Prediger(n) zu arbeiten. Frauenfrühstückstreffen, sowie Jahresfeste, Einführungen und Verabschiedungen eines Predigers gehörten u.a. zu den Veranstaltungen, die weiterhin als Bezirksarbeit gemeinsam vorbereitet und durchgeführt  wurden. Dieser Vorschlag der Gemeindeleitung fand die volle Zustimmung der Mitglieder. Die Beteiligung an der Abstimmung lag mit 75 % sehr hoch.

Zusätzlich hatte Gambach mit erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Gemeinschaft und der ev. Kirchengemeinde zu tun. Diese hatte den lange vorgetragenen Wunsch der Gemeinschaft, ein eigenes Abendmahl zu veranstalten, abgelehnt. In der Gewissheit, dass dies durch die bestehende Vereinbarung zwischen Kirche und Gemeinschaftsverbänden  abgeklärt ist, feierte die Landeskirchliche Gemeinschaft am 18.10.1998 das erste eigene Abendmahl.

Daraufhin legte die ev. Kirchengemeinde der LKG ein Schreiben vor, mit dem Inhalt, sofort alles Eigenständige zu unterlassen, da man sonst gezwungen sei, das Nutzungsrecht für das ev. Gemeindehaus zum April 1999 zu entziehen. Dagegen legte die LKG Einspruch ein, sie wollte nur die grundsätzliche Klärung, ob ein eigenständiges Abendmahl der Vereinbarung entspricht. Dazu kam es dann weder im Dekanat, noch später am Kirchlichen Verwaltungs - und Verfassungsgericht Darmstadt.

Bei den Verhandlungen drehte sich plötzlich alles um die Nutzungsrechte, der eigentliche Grund war plötzlich Nebensache und wurde nicht mehr erwähnt.

2001 wurde dann in Darmstadt ein Vergleich geschlossen, mit dem Inhalt, dass die LKG und die Kirchengemeinde zukünftig ihre Aufgaben eigenverantwortlich wahrnehmen, dazu ab 1.1.2004 getrennte Räumlichkeiten nutzen und ein Miteinander in gegenseitiger Achtung und Akzeptanz leben.

                                                                                                                                          

Während dieser Zeit gab es einige Überlegungen zu der Möglichkeit, eigene Räumlichkeiten zu schaffen. In einer „Klausurtagung 2000“ im ÜMG - Haus in Flensungen waren erste Planungen und konkrete Finanzierungsvorschläge erarbeitet worden. Das Grundstück in der Bahnhofstraße sollte als Schenkung der Familie Mohr den Grundstock bilden. Ohne diese Grundlage zu diesem Zeitpunkt wäre eine konkrete Planung nicht möglich gewesen.

 

Gambach hatte die besondere Lage, eigene Planer und Bauleiter in ihren Reihen zu haben. Heinz Busch und Gemeindeleiter Armin Metzger planten in mühevoller Teamarbeit den Neubau der Gemeinschaft. Und auch Diplom - Ingenieur Johann Selig aus Butzbach, brachte sich sehr engagiert ein und erarbeitete die Statik des Hauses zum Selbstkostenpreis.

 

Im Dezember 2001 lag als Weihnachtsgeschenk die Baugenehmigung unter dem Tannenbaum.

 

Und so ging es los:

Die ersten Vorarbeiten waren ab 9. Februar 2002 und am

 

 

 

23. Februar 2002 begann der  offizieller Baubeginn mit dem ersten Spatenstich

 

 

                 

 

 

Anwesend waren die Gemeindeleitung, Gemeindeglieder und Freunde, Prediger Wiener, Planer und Dipl. Ingenieur (Statik) und auch die Butzbacher Zeitung. Es war bitter kalt, es schneite und regnete abwechselnd. Zur Feier des Tages hatte man Kaffee und Kuchen besorgt, den man im „Van“ von Andreas Lagershausen lagerte. Trotz dem nasskalten Wetter war eine große Freude spürbar. Mit Lob- und Dankliedern und dem Bibeltext vom Tempelbau wurde dies Ereignis gefeiert.

Und es ging zügig vorwärts. Bereits am 13. April 2002 wurde die Bodenplatte - und im Juni die erste Decke betoniert.  Am 20. Juli 2002 wurde die Grundsteinlegung mit vielen Gästen gefeiert und auch Bürgermeister Bolz, 1. Stadtrat Rudolf Haas, Siegfried Bledau (Geschäftsführer des Chrischona-Gemeinschaftswerks),  Prediger Wiener und Diakon Schenk  waren der Einladung gefolgt.

Jetzt begann man, über den Einweihungstermin nachzudenken. Nach einigen Berechnungen, legte man den 19. Oktober 2003 fest. Doch dann kam ein sehr heißer und langer Sommer, teilweise war es im Inneren des Bau´s so heiß, dass sich die Farbe nicht flüssig verstreichen ließ, sie trocknete schon bevor sie auf den Türrahmen gestrichen wurde. Einige Arbeiten dauerten auch länger als vorgesehen und so musste der Einweihungstermin verschoben werden.

 

Am Samstag, dem 15. November 2003 wurde die Einweihung des neuen Gemeindehauses der Landeskirchlichen Gemeinschaft gefeiert.

 

Aus diesem Anlass wurden auch eine Veranstaltungsreihe geplant. Ein Musikabend mit Carlos Roncal, ein Nachmittag für Senioren mit Doris Sachtler, ein Tag der offenen Tür mit verschiedenen Angeboten, Frauen-Frühstückstreffen mit Hella Heizmann und eine Veranstaltung für Kinder , die ERF-Kinder-Mitmach-Show.